Schnellere Web-Anwendungen

Bei der Entwicklung von Web-Anwendungen ist die Performance in der Regel die letzte Frage, die gestellt wird. Der Fokus liegt im Regelfall auf der Umsetzung der Anforderungen.

Die Geschwindigkeit der Anwendung sollte aber früh mit eingeplant werden, da die Antwortzeiten darüber entscheiden, ob eine Anwendung als gut oder schlecht wahrgenommen wird. Dauert das Laden des gewünschten Inhalts zu lange, wird die Anwendung nie die Akzeptanz der Benutzer erfahren. Spontane Benutzer können sogar die Anwendung verlassen, weil sie die Anwendung / den Link als tot betrachten. Wer wartet schon 15 Sekunden auf eine Web-Seite!?

Die Geschwindigkeit einer Anwendung wird durch viele Parameter bestimmt. Während Anwendungen serverseitig meistens aufgrund einer hohen Anzahl von Datenbankabfragen lahmen, ist das Problem clientseitig komplexer, lässt sich aber auf 2 grundlegende Aussagen zusammenfassen:

  • Größe der geladenen Objekte (HTML, Bilder, CSS, JavaScript)
  • Anzahl der eingebundenen Objekte (Bilder, CSS, JavaScript)

Die Größe der Objekte bedingt eine längere Ladezeit und die Anzahl der Objekte führt zu einer Vielzahl von Anfragen an den Server. Jede Anfrage an den Server erzeugt einen eigenen Overhead.
Erst wenn alle Objekte vollständig geladen sind, kann der Inhalt vollständig und korrekt angezeigt werden.

Schritt 1: Komprimierung
Die Größe fast jeden Inhalts kann durch eine Komprimierung verringert werden. Die Komprimierung erfolgt am besten durch den Webserver. Beim Apache kann dies das Modul mod_deflate übernehmen.

Schritt 2: Caching
Das Meiste, was für die Anzeige der Oberfläche einer Web-Anwendung benötigt wird, kann gecached werden. Einzig die dynamisch generierten Objekte (im Regelfall nur das HTML), dürfen nicht gecached werden.
Der Server kann den Client durch durchgängiges Setzen von Header-Informationen unterstützen, die angeben wie lange das Objekt gültig ist. Auch hierfür gibt es beim Apache ein entsprechendes Modul: mod_expires

Mit diesen beiden rudimentären Schritten läßt sich die Performance schon spürbar verbessern, da weniger Objekte vom Server übertragen werden und diese nicht größer als notwendig sind.
Dies ist natürlich noch lange nicht alles, sollte aber bei geringem Aufwand den größten Nutzen erzielen.

Zur Unterstützung der Optimierung einer Webseite kann ich Firebug und YSlow (2 Plugins für Firefox) empfehlen.
Während man mit Firebug die einzelnen Anfragen an den Server mit den Headern für den Serverrequest und -response einsehen kann, gibt YSlow weitergehende Tipps zur Optimierung einer HTML-Seite.

Geschwindigkeit ist nicht alles, aber: “Performance rules!”


Thomas Bader

Tags:

  • Share/Bookmark

Hinterlasse eine Antwort