Mit ‘Java’ getaggte Artikel

Datum in Hibernate: Der Wolf(Timestamp) im Schafspelz(Date)

Freitag, 22. Januar 2010

Benutzt man Hibernate als OR-Mapper und will ein java.util.Date (Datum und Uhrzeit) speichern, ist Vorsicht geboten. Da java.sql.Timestamp von java.util.Date erbt, und der Typ in der Datenbank i.d.R. timestamp ist, bekommt man von Hibernate gegebenenfalls ein Timestamp-Objekt, und nicht ein Date-Objekt. Eigentlich kein Problem, doch die Klasse Timestamp ist …kaputt! Auszug aus dem Javadoc von Timestamp:

The Timestamp.equals(Object) method never returns true when passed a value of type java.util.Date because the nanos component of a date is unknown.

Will man zwei Dates vergleichen und befindet sich hinter der ersten Referenz ein Timestamp-Objekt, schlägt equals fehl.

Date d = new Date();
Date ts = new Timestamp(d.getTime());
System.out.println(ts.equals(d));    //returns false

Wie soll ich also zwei Dates miteinander vergleichen? Es wird noch schlimmer:

System.out.println(ts.compareTo(d)); // return 0
System.out.println(d.compareTo(ts)); // returns 1

Auch die compareTo-Methode ist fehlerhaft liefert ein anderes Ergebnis als erwartet. Schaut man sich den Konstruktor von Timstamp an, kommt man aus dem Staunen Entsetzen nicht mehr heraus. Die Klasse Date speichert das Datum millisekundengenau in dem Feld fastTime. Die Klasse Timestamp hingegen speichert das Datum sekundengenau in dem Feld fastTime und die Milli- und Nanosekunden im Feld nanos. Warum dies so ist, und nicht nur die Nanosekunden im Feld nanos gespeichert werden, ist mir ein Rätsel.

Will man nun ein Date und einen Timestamp miteinander vergleichen (z.B. auch mit before() und after()) schlägt dies fehl. Die compareTo-Methode von Date vergleicht die Millisekunden aus dem Feld fastTime, beim Timestamp-Objekt ist dies nur sekundengenau, die Millisekunden sind im Feld nanos gespeichert, und werden nicht berücksichtigt.

Dieses Problem tritt häufig in Verbindung mit Hibernate auf, die Schuld liegt aber bei der Standard Java-API. Allerdings lässt sich das Problem umgehen, indem man Hierbernate mit einem UserType zwingt, nur Objekte vom Typ Date zu liefern.

public class DateTimeType implements UserType {
    private static final int[] SQL_TYPES = new int[] {Types.TIMESTAMP};
    public DateTimeType() {
        super();
    }
 
    @SuppressWarnings("unchecked")
    public Class returnedClass() {
        return java.util.Date.class;
    }
 
    public int[] sqlTypes() {
        return SQL_TYPES;
    }
 
    public boolean equals(final Object x, final Object y) {
        if (x == y) {
            return true;
        }
        if (x == null || y == null) {
            return false;
        }
        Date xDate = (Date) x;
        Date yDate = (Date) y;
        return xDate.equals(yDate);
    }
 
    public Object nullSafeGet(final ResultSet rs, final String[] names, final Object owner) throws SQLException {
        // extract Timestamp from the result set
        Timestamp timestamp = (Timestamp) Hibernate.TIMESTAMP.nullSafeGet(rs, names[0]);
        // return the value as a java.util.Date (dropping the nanoseconds)
        if (timestamp == null) {
            return null;
        } else {
            return new Date(timestamp.getTime());
        }
    }
 
    public void nullSafeSet(final PreparedStatement st, final Object value, final int index) throws SQLException {
        // handle the NULL special case immediately
        if (value == null) {
            st.setTimestamp(index, null);
            return;
        }
        // make sure the received value is of the right type
        if (!Date.class.isAssignableFrom(value.getClass())) {
            throw new IllegalArgumentException("Received value is not a [java.util.Date] but [" + value.getClass() + "]");
        }
        // set the value into the resultset
        Timestamp tstamp = null;
        if (value instanceof Timestamp) {
            tstamp = (Timestamp) value;
        } else {
            tstamp = new Timestamp(((Date) value).getTime());
        }
        st.setTimestamp(index, tstamp);
    }
 
    public Object deepCopy(final Object value) {
        if (value == null) {
            return null;
        } else {
            return ((Date) value).clone();
        }
    }
 
    public boolean isMutable() {
        return true;
    }
 
    @Override
    public Object assemble(final Serializable cached, final Object owner) {
        return deepCopy(cached);
    }
 
    @Override
    public Serializable disassemble(final Object value) {
        return (Date) value;
    }
 
    @Override
    public int hashCode(final Object x) {
        return x.hashCode();
    }
 
    @Override
    public Object replace(final Object original, final Object target, final Object owner) {
        return deepCopy(original);
    }
}

Möglich ist eine Konfiguration auf Packet-Ebene, indem man eine package-info.java erstellt. Folgend die Konfiguration mit Annotationen auf Klassenebene:

@TypeDefs( {@TypeDef(name = "dateTimeType", typeClass = DateTimeType.class)})
public class MyBusinessObject {
 
    @Type(type = "dateTimeType")
    @Column(name = "time")
    private Date time;
    ...
}

Eventuell wird die freie Joda Time API in Java 1.7 die alten Datum und Kalendarklassen ersetzten. Bis dahin kann man mit diesem UserType sicher sein, dass Hibernate nur Date-Objekte zur Verfügung stellt, und somit kann man wieder equals und compareTo ohne Bedenken verwenden.
Siehe auch


Jan Kuenstler


Ich weiß nicht, ob ihr schon wusstet…

Freitag, 11. Dezember 2009

aber ich bin neulich über eine Sache gestolpert, die mir so nicht bewusst war:

Was passiert wohl beim Ausführen des folgenden Java-Codes?

List<Integer> list = Arrays.asList(1, 2, 3, 4, 5);
List<Integer> list2 = Arrays.asList(8, 9, 10);
 
list.remove(0);
list.add(2);
list.addAll(list2);

Na wisst ihr es? Man bekommt eine UnsupportedOperationException. Und zwar für jede der list manipulierenden Methoden. Seltsam oder vielleicht doch nicht? Ich für meinen Teil war überrascht. Und auch die Java-Doc für Arrays.asList half mir auf dem ersten Blick nicht sofort weiter:

    /**
     * Returns a fixed-size list backed by the specified array.  (Changes to
     * the returned list "write through" to the array.)  This method acts
     * as bridge between array-based and collection-based APIs, in
     * combination with {@link Collection#toArray}.  The returned list is
     * serializable and implements {@link RandomAccess}.
     *
     * This method also provides a convenient way to create a fixed-size
     * list initialized to contain several elements:
     * 
     *     List<String>; stooges = Arrays.asList("Larry", "Moe", "Curly");
     * 
     *
     * @param a the array by which the list will be backed
     * @return a list view of the specified array
     */
    public static <T> List<T> asList(T... a) {...}

Doch beim genaueren Hinsehen bzw. Überlegen wird es klarer: fixed-size list, a list view of the specified array sowie der Methodenname asList sagen aus, dass es sich nur um eine Ansicht des Arrays bzw. der Eingaben handelt. Die Arrays-Klasse benutzt nämlich unter der Haube die eigene Implementierung java.utils.Arrays.ArrayList und diese implementiert weder add noch remove aus dem List-Interface. Hmm… Irgendwie schon blöd, denn es gibt weder Arrays.toList, noch bietet etwa die konkrete Implementierung ArrayList den komfortablen Var-Args Parameter im Konstruktor. Zudem hätte ich mir eine eindeutigere Dokumentation gewünscht, die ausdrücklich darauf hinweist, dass das Hinzufügen bzw. Entfernen nicht möglich ist.

Möchte man nun trotzdem nicht auf den syntaktischen Zucker verzichten, hilft ein kleiner – zugegebenermasen unperformanter – Workaround:

List<Integer> list = new ArrayList<Integer>(Arrays.asList(1, 2, 3, 4, 5));

Und, habt ihr es gewusst?


Christian Schätzlein


XStream: Object -> XML -> Object

Donnerstag, 19. November 2009

Mit der Bibliothek XStream lassen sich auf einfache Weise Java Objekte in XML zu serialisieren und wieder zurück.
Das kann z.B. dazu dienen, Datensätze als Textdatei abzuspeichern oder XML für Unit-Tests zu erzeugen.
Vorteile von XStream sind die sehr einfache Anwendung und die gute Performance. Neuere Versionen von XStream bieten zudem die Möglichkeit auch JSON zu erzeugen oder die Integration in andere XML APIs.

Nun ein paar Beispiele zur Verwendung von XStream.

XStream verwendet per default die Pull-Parser Implementierung XPP3. Das entsprechende JAR muss hierzu separat heruntergeladen und im Classpath hinzugefügt werden. (Die XPP3 Implementierung am Besten über eine Suchmaschine im Internet suchen.)

Anmerkung:
Wir verwenden hier Aliase für Klassennamen. Das hat den Vorteil, dass das XML lesbarer wird und vor allem eine Deserialisierung auch nach einem Umbenennen oder Verschieben der Klasse funktioniert.

Objekt nach XML serialisieren

  final XStream xstream = new XStream();
  // set alias for the MyData class 
  xstream.alias("my-data", MyData.class);
  // MyData myData = new MyData(....);
  final String xml = xstream.toXML(myData);

Objekt aus XML deserialisieren

  final XStream xstream = new XStream();
  // set alias for the MyData class 
  xstream.alias("my-data", MyData.class);
  // String xml = 
  MyData myData = (MyData) xstream.fromXML(xml);

Interaktion mit dom4J

Mit XStream lassen sich auch Objekte in ein bestehendes XML Document einfügen. In diesem Beispiel wird ein dom4j Element ermittelt und an die Methode addToElement() übergeben, welche das Objekt myData in das Element serialisiert:

  public void addToElement(final MyData myData, final org.dom4j.Element element) {
    final XStream xstream = new XStream();
    xstream.alias("my-data", MyData.class);
    // create new com.thoughtworks.xstream.io.xml.Dom4JWriter
    final Dom4JWriter writer = new Dom4JWriter(element);
    xstream.marshal(myData, writer);
    writer.close();
  }

Natürlich ist der Weg zurück zum Objekt aus dem XML genauso einfach:

  public MyData getFromElement(final org.dom4j.Element element) {
    final XStream xstream = new XStream();
    xstream.alias("my-data", MyData.class);
    final Dom4JReader reader = new Dom4JReader(element);
    return (MyData) xstream.unmarshal(reader);
  }

Viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren und Anwenden.


Christof Aenderl


Dependency Injection und aspektorientierte Programmierung mit Google Guice (Teil 2)

Freitag, 25. September 2009

Nachem ich im ersten Teil eine kurze Einführung in die Verwendung von Dependency Injection mit Guice gegeben habe, möchte ich im Folgenden zeigen, wie man aspektorientierte Programmierung (AOP) mit Guice einsetzen kann. Auch hier genügt die Kenntnis einiger weniger Klassen und Interfaces um zum Ziel zu gelangen.

Einführung in AOP mit Guice

Grundidee von AOP ist, bestimmte übergreifende Aspekte einer Anwendung (sogenannte Cross-Cutting Concerns) aus den einzelnen Methoden auszugliedern, um so den Code lesbarer zu machen und Wiederholungen zu vermeiden. Beispiele für solche Cross-Cutting Concerns sind zum Beispiel das Logging von Methodenaufrufen oder die Prüfung von erforderlichen Berechtigungen. Diese Aspekte sind zwar notwendig, tragen aber nicht zum Erfüllen der eigentlichen Aufgabe der jeweiligen Methode bei und sollten im Sinne von Separation of Concerns nicht vom eigentlichen Geschehen in der Methode ablenken und daher ausgegliedert werden.

In Google Guice kann die Ausgliederung solcher Belange durch Method Interception umgesetzt werden. Das Prinzip ist folgendes: Methodenaufrufe werden zur Laufzeit abgefangen, untersucht und gegebenenfalls wird ihnen der Code des passenden Aspekts vor- bzw. nachgeschaltet. Was zunächst vielleicht kompliziert klingt, läßt sich mit Guice sehr einfach umsetzen:

  • Um festzustellen, ob einem Methodenaufruf ein bestimmter Aspekt vorangestellt bzw. angehängt wird, gibt es in Guice sogenannte Matcher. Das Interface Matcher sieht eine Methode matches vor, die als Parameter ein Objekt vom Typ T erhält und für dieses entscheidet, ob es von diesem Matcher akzeptiert wird oder nicht. Matcher erzeugt man am einfachsten über die Factory-Klasse Matchers.
  • Für die Logik des auszugliedernden Aspekts implementiert man das Interface MethodInterceptor. In dessen invoke-Methode kann man dann festlegen, was vor bzw. nach dem Aufruf der Methode geschehen soll.
  • Die im ersten Teil vorgestellte Klasse AbstractModule bietet dann die Möglichkeit, den Interceptor einzubinden. Hierfür verwendet man die Methode bindInterceptor. Diese erhält zwei Matcher und eine beliebige Anzahl von einzubindenden Method Interceptors. Der erste Matcher legt fest, welche Klassen betroffen sind, der zweite Matcher legt die betroffenen Methoden fest.

Beispiel

Das ganze soll nun anhand des Loggings von Methodenaufrufen und Rückgabewerten veranschaulicht werden. Für einfachere Fehlersuche werden Methoden häufig wie folgt “verziert”:

public Integer eineMethode (final Integer arg1, final Integer arg2) {
  if (LOGGER.isDebugEnabled() {
    LOGGER.debug("Aufruf von eineMethode mit Parametern " + arg1 + " " + arg2);
  }
 
  // (...) hier steht der eigentlich relevante Code der Methode
 
  if (LOGGER.isDebugEnabled() {
    LOGGER.debug("Methode eineMethode beendet. Ergebnis: " + returnValue );
  }
}

Dieser Code für das Logging wiederholt sich häufig und bläht die Methoden unnötig auf. Um diese Wiederholungen zu vermeiden und den Code übersichtlicher zu gestalten soll dieses Logging nun ausgegliedert werden.

  • Wir schreiben zunächst eine Klasse MethodCallLogger, die MethodInterceptor implementiert:
    package util.logging;
     
    import java.lang.reflect.Method;
    import java.util.Arrays;
     
    import org.aopalliance.intercept.MethodInterceptor;
    import org.aopalliance.intercept.MethodInvocation;
     
    public class MethodCallLogger implements MethodInterceptor {
     
      @Override
      public Object invoke(final MethodInvocation call) throws Throwable {
        // vor dem Aufruf: Parameter loggen
        Method method = call.getMethod();
        Object[] args = call.getArguments();
        StringBuilder loggingMessageBuilder = new StringBuilder();
        loggingMessageBuilder.append("Aufruf von ");
        loggingMessageBuilder.append(method.getName());
        loggingMessageBuilder.append(" mit Parametern ");
        loggingMessageBuilder.append(Arrays.deepToString(args));
        System.out.println(loggingMessageBuilder.toString());
        // eigentlichen Aufruf durchführen
        Object result = call.proceed();
        // nach dem Aufruf: Ergebnis loggen
        loggingMessageBuilder = new StringBuilder();
        loggingMessageBuilder.append(method.getName());
        loggingMessageBuilder.append(" beendet. Ergebnis ");
        loggingMessageBuilder.append( result.toString());
        System.out.println(loggingMessageBuilder.toString());
        return result;
      }
    }
  • In unserem Modul legen wir nun fest, an welche Klassen und Methoden wir den Interceptor binden. Wir machen es uns einfach und verwenden für beide Matcher Matchers.any():
    package aop;
     
    import util.logging.MethodCallLogger;
    import com.google.inject.AbstractModule;
    import com.google.inject.matcher.Matchers;
     
    public class AOPModule extends AbstractModule {
      @Override
      protected void configure() {
        bindInterceptor(Matchers.any(), Matchers.any(), new MethodCallLogger());
      }
    }

Das war alles: Die Methoden aller Klassen, die wir mit Hilfe unseres AOPModule instanzieren, werden nun automatisch von unserem MethodCallLogger umschlossen.

Man kann das Verfahren natürlich weiter verfeinern. Beispielsweise könnte man eine Annotation @MethodCallLogging schreiben, mit der man dann manuell festlegt, welche Methodenaufrufe geloggt werden sollen. Diese Annotation kann dann mit einem passenden Matcher abgefragt werden, den man mittels Matchers.annotatedWith() erhält.

Weitere Informationen findet man auf der Projektseite und in den JavaDocs.

Viel Spaß beim Ausprobieren!


Malte Wulf